Die Soundtrack-Trommel

Wir schürzen die Lippen, beißen die Zähne zusammen (das ist besonders wichtig) und sprechen laut und mit Nachdruck das Wort “Dusch”: DUSCH!!!! Was entsteht? Na klar, der fiktive Klang einer Faust, die einen Kinnhaken verpasst. Das U ist ein bisschen mehr Ö oder I und beim SCH ist noch irgendwie ein F dabei. Hammersound! Als Kind hat man das tausend mal am Tag gebraucht, schließlich gibt es nicht Schöneres, als Schlägerei zu spielen.

Jedenfalls klingt eine meiner neuen Tamburins – mit dem Stick gespielt – genau so.

Natürlich musste ich sie erstmal abkleben und mit nem anderen Fell bestücken (Remo-Ambassador). Aber nun ist sie – zumindest diese Woche – ein so bevorzugter Teil meines Sets geworden, dass sogar das Hängetom weichen musste und an seiner statt nun meine kleine Tamburin auf nem Snare-Stativ steht. Und so verteile ich wieder täglich fiktive Kinnhaken. Mann, macht das Spaß!

Einen tollen Bassdrum-Sound bekommt man übrigens so:

Sagt laut “DU” und verschließt beim U schnell die Lippen.

Na erkennt ihr es? Klaro – der “Knie-in-den-Magen-Sound”!

Wenn die Felle wegschwimmen

Vor 1956 bestanden Schlagzeugfelle tatsächlich aus Tierhaut. Die beiden US-Firmen Evans und Remo beanspruchen beide, die Erfinder des synthetischen Schlagzeugfells zu sein. Die einen bauen mit Polyester, die anderen mit Mylar…egal. Klingt beides gut, ist viel lauter als Naturfell und vor allem: es hält was aus. Darum ging es nämlich. Lebensdauer und Beständigkeit der Stimmung. Ein Tierfell ist sehr witterungsanfällig und früher musste der Drummer seine Trommeln beinahe nach jedem Stück neu stimmen. Das Kuhheil war für die Meisten zweitrangig. Die neuen synthetischen Felle konnte man auch in dünner Ausführung ein ganzes Konzert lang spielen, ohne dass sie sich dauernd verstimmten, oder kaputt gingen. Allerdings hat man es natürlich mit einem anderen Klang zu tun. Viele Vorteile (mehr Attack, langer Sustain…), aber auch ein Verzicht auf warme, sanfte Töne, bringt so ein Plastik-Drumhead mit sich. Heute werden im Allgemeinen nur noch für Handtrommeln Naturfelle benutzt. Das hört man auch. So eine Conga oder eine Djembe hat eigentlich immer einen sehr ansprechenden und wohligen Sound. Beim Schlagzeug in der Rockmusik und im Jazz etc. geht es seit langem um Haltbarkeit und Power. Aber es gibt noch andere Einsatzgebiete von Bassdrums, Snaredrums und Toms: Im klassischen Orchester!!! Und hier geht es nur um eins: der beste Klang gewinnt!!! Natürlich wird auch hier drauf geachtet, dass eine Trommel nicht alle zwei Minuten gestimmt werden muss und auch der Preis bestimmt den Marktführer (ein Tierfell ist um ein Vielfaches teurer), aber trotzdem wird hier auch ein alternatives Material-Angebot genutzt. Eine kleine Trommel (Konzert-Snare) muss grundsätzlich filigraner klingen und feiner ansprechen als eine Slip Knot Snare. Eine große Trommel (Konzert-Bassdrum) braucht einen vollen Ton und keinen Lars-Ullrich-Attack. Bei einem Konzert Anfang des Monats in der Philharmonie Kaliningrad spielte ich unter anderem auf der kleinen Trommel des Hauses. Wir spielen Rhythm`n`Blues und Funk, aber die Snare hatte es mir angetan. Wow, was für ein ungewohnt schöner Klang. Fett, warm und wohlklingend. Trotzdem groovy. Super! Das Fell war ein Evans Strata 1000. Ein Kuhfell-Imitat. Synthetisch, aber sehr nahe am Original. Das kannte ich bisher nicht. Ich bin völlig begeistert und sehr dankbar für die Chance, mal wieder über den Tellerrand geschaut haben zu dürfen. Der Markt wird immer enger, was Vielfalt angeht. “Der Stärkere gewinnt” ist eine Regel, die meistens zutrifft, aber nicht besonders viel Freude verspricht. Bleiben wir neugierig, schauen wir links und rechts und sehen auch, was uns nicht direkt aufgetischt wird. Nur weil es viele Hersteller gibt, heißt es noch nicht, dass die Produkte wirklich vielfältig sind. Meistens wollen ja alle nur den Markt bedienen, der am besten läuft (das kann man in der Musikindustrie ja bestens beobachten und hören). Viel Spaß beim Ausprobieren, Entdecken und Finden!!!

Ich habe verstanden

Wann haben wir einen Rhythmus, einen Groove oder ein Rudiment wirklich verstanden?
Man kann sich wochenlang mit einer technischen Übung aufhalten, ohne dabei ein gutes Gefühl oder gar einen guten Sound zu entwickeln.
Der Moment des „Verstehens“ sollte im Idealfall jedoch am Anfang des Übe-Prozesses stehen. Denn nur dann macht das Üben auch Spaß und ist effektiv.
Im Einzelunterricht – Schüler und Lehrer in einem Raum, nichts virtuell, alles echt – erkennt der geschulte Lehrer schnell, ob ein Schüler verstanden hat oder nicht, und reagiert dementsprechend.

Der virtuelle Unterricht kann das nicht. Es besteht eine  Anweisung, was zu tun ist, und der Schüler macht es dann richtig – oder falsch.
Wie aber kann man dem vorbeugen?

Ich behaupte: In vielen Fällen können wir auf den optischen Input verzichten! Das menschliche Sehen ist der Sinn, der sich am einfachsten täuschen und ablenken lässt.
Selbst der geschulte Beobachter übersieht wichtige Dinge, wenn es um Bewegungsabläufe geht. Dazu kommt, dass jeder Mensch eine andere Anatomie hat, und dementsprechend Bewegungen auch anders umsetzt, mit kleineren oder größeren Abweichungen.

Was sich jedoch nicht täuschen lässt, das sind das Gefühl und das Ohr.
Wie fühlt sich ein Trommel-Wirbel eigentlich für den Spieler an?
Wie muss der Stock auf dem Becken springen?
Wie klingt es, wenn ich aufs Standtom schlage?

Wenn man es schafft, diese Dinge in Worte zu fassen, kann der Zuhörer sich selbst erfühlen, sich selbst zuhören und seine Sehkraft darauf verwenden, zu schauen, wie die eigenen Bewegungen aussehen, anstatt sich von einem Lehrer, der durch jahrelange Übung einen in sich voll abgestimmten Bewegungsapparat zur Schau stellt, die Bewegungen abzuschauen, die bei einem selbst einfach noch nicht genauso aussehen können.

Genau deshalb habe ich das „DrumCode Hörformat” entwickelt. Schlagzeug-Unterricht nur zum Hören. Ein Audioguide für euer Drumset.
Was bei Gerhard Schröders SPD eine inhaltsloser Wahlkampfslogan war, soll bei uns eine aufrichtige Antwort sein, die wir ab jetzt regelmäßig geben: Ich habe verstanden!

Neugierig geworden? Die erste Unterrichts-Stunde zum Hören gibt es für DrumReport-Abonnenten kostenlos zum Ausprobieren. Einfach hier eure Email-Adresse eintragen und schon gibt’s was auf die Ohren!

Ohren auf beim Beckenkauf

Ohren auf, Augen zu. Davon sollte man bei Instrumenten erstmal ausgehen. Beschreibungen und schöne Bilder sind ja prima für eine Kleider- oder Pizzabestellung, aber bei einem Becken könnt und müsst ihr die Schwingungen hören und den Anschlag spüren.

Die nötige Erfahrung wächst erst mit den Jahren und ich kann mich gut daran erinnern, wie ich als Teenager null Ahnung hatte, was denn nun für mich infrage kommt, obwohl es damals noch viele tolle Trommelläden gab, wo man die Teile ausprobieren konnte. Aus der Not heraus schoss ich mich auf eine Marke ein, die einer meiner Heroes immer spielte. Das könnte vielleicht eine einfache Marketingfalle sein – allerdings besaß besagter Hero meine Gunst ja auch, oder besonders deshalb, weil mir gefiel wie er spielte und wie er klang. Ich hatte mich also schon bewusst oder unbewusst für einen Klang begeistert und entschieden.

Fazit: Anstatt im Internet nach den tollsten Becken der Welt rumzugoogeln, Ohren aufsperren und Musik hören!

1. Nach Lieblingssongs, Lieblingsplatten, Trommlern, die man gut findet, suchen.

2. Dann aber endlich Google! Schaut nach, welche Marke und (falls möglich) welche speziellen Becken beim Song oder beim Spieler allgemein zum Einsatz kommen. Damit habt ihr die Sache schonmal erheblich eingegrenzt.

3. Nehmt euch den Samstag frei und macht nen Ausflug ins nächste Musikgeschäft (es gibt noch ein paar echte).

4. Probiert diese Becken, oder ähnliche aus. Lasst euch vor Ort beraten!!!

5. Kauft euch ein Becken, wenn es euch gefällt – bitte denkt gar nicht daran, das Modell im Laden zu probieren und es dann online woanders zu bestellen. Erstens ist das natürlich nicht fair und außerdem klingt jedes Becken, egal ob gleicher Hersteller/gleiche Serie/gleicher Herstellungstag, ein bisschen anders.

Wenn das nicht klappt oder nicht euer Weg ist, kann man sich auch immer Leute wie mich wenden, die sich schon viel damit beschäftigt haben und die man fragen kann. z.B.: “Hallo Andi, bei der Aufnahme “The Dope” von der Gruppe “Lamelame” höre ich ein ultracooles Crashbecken. Ich finde dazu aber überhaupt keine Infos. So ein Becken hätte ich gerne. Wie finde ich das? Gruß, Gisela”.
Und ich schreibe dann z.B.: “Liebe Gisela, das könnte ein 16 Zoll Becken sein. Bei folgenden Firmen mit der jeweiligen Serie findest du höchstwahrscheinlich etwas, das dir gefällt: Paiste – Alpha Serie Metal Crash 16″, oder Zildjan A-Series Heavy Crash 16″…usw., einen ähnlichen Sound bekommst du allerdings auch wenn du beim Becken XY (das wesentlich günstiger ist) ein Stückchen Filz in die Beckenkuppe klebst. Gruß, Andi”.

Meine Becken wurden übrigens alle für sich ein bisschen von mir gepimpt, damit sie mir gefallen. Hier ein Stückchen Gaffer-Tape, da ein Loch gebohrt…alles ist möglich, hauptsache dein eigener Sound gefällt dir!

Don’t mess with your drummer – eine Hilfestellung:

Bei Grundsatzdiskussionen, auch Rudiments genannt, hat man mit Drummern schlechte Karten. Ein Schlagzeuger macht keine konstruktiven Vorschläge – er macht Flams.  Man hat es mit einer Spezies zu tun, die sich schon bei der Frage, ob sie straight, ternär oder doch binär sei, völlig im Offbeat bewegt.

Das mag paradiddle klingen, aber lassen wir mal Four on the Floor gerade stehen.

Der Stickflip ist es, between the Beats zu lesen und die Ghostnotes der Zeit zu erkennen. Das Leben hat seine Up- und Downstrokes und man kommt nur mit Zuckerbrot und Moeller-Whip zur Zugabe.

Und wenn der Schwabe „shuffle, shuffle, Häusle baue“ proklamiert, kann er sich noch so sehr auf den Traditional Grip berufen, am Ende zählt jeder Odd Meter, denn die wahren Emperors sind immer noch die Ambassadors – das wussten schon die alten Ruffs.

Jeder Single Stroke wird auf die Waage gelegt und wem das noch nicht Fillin genug ist, der sollte das Tempo jetzt warm anziehen.

Ansonsten könnte er einen herben Backbeat erleben!

Um also einen Sidestick zu vermeiden, darf nie um den Hot Rod herum geredet werden, sondern man sollte immer auf direktem Linear Groove zum Falam Slam kommen:

„Du spielen Bum Tschak Bum Tschak“?! …“JAHAAAAAA! …1…2…3…4…!“

Gefahrlos durch den Gig mit fremdem Drumset – ein Guide

Flexibilität heißt, sich auf neue oder ungewohnte Umstände einzulassen und diese im besten Falle zum eigenen Vorteil zu nutzen.

Beim Thema Schlepperei ist es für uns Schlagzeuger natürlich von Vorteil, wenn ein Club das hauseigene Set zur Verfügung stellt.

In Punkto Klang und Bespielbarkeit muss man sich die Vorteile erst zurechtlegen.

Es wäre utopisch zu denken, dass jeder Laden mit einem tollen, makellosen Schlagzeug ausgestattet ist. Wenn man sich jedoch ein paar Dinge im Vorfeld klarmacht, wird das Risiko, den ganzen Abend einen Equipment-Kampf führen zu müssen, drastisch reduziert. Fragen, die man sich im Vorfeld stellen sollte, sind beispielsweise:

1. Wie sieht mein Set für diese Band im Idealfall aus?

2. Woraus besteht das Herzstück – was muss bei meinem Set unbedingt vorhanden und gut bespielbar sein?

3. Welche Hilfsmaterialien sollten in meinem Erste-Hilfe-Koffer sein, damit selbst das abgerumpelste Set ordentlich zur gewollten Musik beitragen kann?

Wenden wir diese Kernfragen auf folgendes Szenario an: Es geht um eine Groove-Funk-Band, ich spiele im Jazzclub auf dem Haus-Drumset und komme mit der Bahn:

Zu 1. Idealfall:

–       Snare 1, Snare 2

–       Bass

–       Hihat

–       3 Becken

–       Tom 1, Tom 2

–       Cowbells

–       Doppelfußmaschine

–       Percussion-Tisch mit Kleinkrams

 Zu 2. Herzstück:

–       Snare 1

–       Bass

–       Hihat

–       Ein Allround Becken

–       Ein Tom

Zu 3. Erste-Hilfe-Koffer:

–       Stimmschlüssel

–       Gaffertape

–       Handtuch für eventuelles Abdämpfen

–       kleine Zange zum Einstellen der Hardware (oft klemmt z.B. etwas am Pedal)

–       extra Snarefell

–      und dann vor allem noch ein paar Dinge, die ich immer dabei habe, um meine Grooves und Stimmungen rüberbringen zu können: Meine Becken, meine Sticks, Mallets, Besen, nen Dreadlocks-Stick, Shaker und irgendwas aus klirrendem Metall. …passt alles zusammen in eine Beckentasche und sichert mich immer ab.

Wenn man sich das einmal klar gemacht hat, werden einem schlecht klingende oder absackende Hängetoms, wacklige Beckenstative oder verbeulte Snares den Abend nicht mehr verderben können, da man sich auf das wesentliche Material konzentrieren kann und den Rest einfach beiseite stellt.

Hier ein paar ganz konkrete Tipps, die dir das nächste Mal den Abend retten können:

99% aller Fußmaschinen lassen sich mit ein bisschen Einsatz zu einem spielbaren Objekt hinschrauben.

Die Bassdrum ist zu klein und hat ein dünnes Fell? Handtuch rein, Fell lose drehen und schon klingt es fett – egal wie groß die Trommel ist!

Mit einem extra Snarefell und Gadgets wie meinem Geldbeutel, einem Splashbecken und verschiedenen Sticks bekomme ich genug verschiedene Snaresounds zustande, um mir die zweite Snare sparen zu können.

Falls die Snare zu sehr heult, Dellen hat oder sich einfach nicht stimmen lässt – Dämpfer drauf und Resofell schön knackig hochziehen. Wenn nichts mehr hilft, Schlagfell auch hochziehen und eine Stimmschraube deiner Wahl komplett lose machen (Snares klingen dann am Resofell trotzdem weiter, aber das Schlagfell ist mundtot)!

Fazit: Das vorgefundene Set wird bestimmt nicht so klingen, wie du es gewohnt bist, aber mit ein paar kleinen Eingriffen ist selbst das billigste Rumpel-Set einigermaßen zu gebrauchen. Und meistens ist das angebotene Set ja gar nicht schlecht. Die Felle sind ungewohnt, die Trommeln klingen anders usw… Am Ende muss man sich einfach entscheiden, ob man versucht, ein Schlagzeug so aufzubauen und klingen zu lassen, dass es dem eigenen möglichst nahe kommt, oder ob man die wesentlichen Teile so optimiert, dass sie mit ihrem speziellen Charakter gut klingen. Letzteres inspiriert und macht mich glücklich. Ich gehe immer mit freudiger Spannung in solche Abende hinein – und das ist dann auch für die Musik ein Gewinn! Schlussendlich hört der Zuhörer schließlich den Schlagzeuger und nicht das Instrument.

 

Grinsende Schlagwerker

Ich möchte euch heute einen ganzen einfachen und in vielen Situationen hilfreichen Trick verraten, der vielseitig einsetzbar ist, in unserer Drummer-Welt aber vor allem helfen kann, wenn mal wieder der Knoten in einer Unabhängigkeitsübung, einem neuen Pattern oder einem bisher schwer zugänglichen Groove nicht platzen will.

Stellen wir uns Arme und Beine als von unserem Gehirn aus geführte Marionetten-Gliedmaße vor. Unser Gehirn ist der Marionettenspieler und steuert jede einzelne Bewegung mit äußerster Perfektion.
Solange die Fäden frei beweglich sind, werden alle Befehle barrierefrei und ohne Verzögerung an die Gliedmaße weitergegeben.
Verheddern sich zwei Fäden, sind sie plötzlich miteinander verbunden und können nicht mehr unabhängig agieren. Der eine soll nach links, der andere nach rechts.
Setzt man nun auf Kraft, ohne einen Schritt zurück zu gehen, zieht sich der Knoten immer fester und am Ende geht alles nur noch sehr, sehr schwer oder im schlimmsten Fall überhaupt nicht mehr.
Der Marionettenspieler ist fix und fertig und legt die Fäden aus der Hand.
Und das ist schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung: Loslassen!
Wenn man eine verzwickte Sache zu ambitioniert übt und dabei die Zähne zusammenbeißt, wird der Knoten nicht platzen, sondern sich immer fester ziehen. Ich habe schon viele Spieler gesehen, die ihr ganzes Leben lang immer nur den Knoten fester gezogen haben, anstatt die Fäden einfach mal beiseite zu legen.
Das hat gleich mehrere Effekte:

  1. Man sieht als Zuschauer schon von weitem, dass hier jemand gegen sich selbst arbeitet und jeder Muskel vor Stress zittert.
  2. Die Musik und das Instrument klingen irgendwie nach Verstopfung.
  3. Die technischen und damit auch musikalischen Limits sind gesetzt.
  4. Je länger man den Knoten festzieht, desto langwieriger wird es, ihn wieder zu lösen.

Es gibt tausende Möglichkeiten der Entspannung und bestimmt passen auch nicht alle zu jedem Typen. Darum geht es mir heute aber auch nicht in erster Linie. Angekündigt wurde ja ein Trick! Und dazu noch einer, der für jeden funktioniert.
Der Marionettenspieler nimmt zwei Fäden in die Hand, die er bei der Schlagzeug spielenden Puppe bisher eher als zweitrangig angesehen hatte. Nämlich die der linken und rechten Kiefermuskulatur. Kräftig ziehen und hoch mit den Dingern. Sehr schön! Wenn man die Welt angrinst, sieht sie plötzlich ganz anders aus.
Durch euer Fake-Grinsen (wer noch mehr Anleitung braucht, kaufe sich am Kiosk einfach mal die „Gala“ und studiere die Gesichter der Celebrities und Royals) macht ihr nicht nur euer Gegenüber glücklich, sondern vor allem euch selbst.
Das Gehirn kann nämlich nicht zwischen echtem und unechtem Grinsen unterscheiden und schüttet somit die gleichen Glücksstoffe in den Kreislauf. Und das ist unsere hausgemachte Entspannungsdroge. Besser als Kiffen und von der Polizei erlaubt. (Außerdem fällt man nicht vom Drumhocker, nur weil man grinst.)
Ein weiterer Effekt ist es, dass sich beim Grinsen der Druck der Kiefermuskulatur auf den Gehörgang verringert und die Wahrnehmung in diesem Bereich steigt.

Also unser Fake-Grinse-Trick hat folgende Effekte:

  1. Motorische Knoten können sich besser lösen, bzw. entstehen erst gar nicht
  2. Besseres Hören
  3. Glücklich mit der Hausmacher-Droge (kann man auch prima alleine nehmen, Überdosierung nicht bekannt)
  4. Mehr Chancen beim anderen Geschlecht
  5. Technische und musikalische Limits rücken in weite Ferne
  6. Mehr Freude beim Üben

Mir passiert es selbst auch immer wieder, dass ich diesen Trick ignoriere und mit zusammengebissenen Zähnen im Proberaum an einer Aufgabe herumtüftele. Und manchmal, wenn es dann wirklich nicht klappt, und ich schon aufgeben möchte, fällt es mir wieder ein: Grins dir eins und deine Hände trommeln von ganz allein!
Viel Spaß und bleibt gelenkig!

Euer Andi